
Unterwegs als Pilger der Hoffnung
Impuls zum Beginn der Fastenzeit von P. Klaus Zarzer
Der Beginn des neuen Jahres ist bereits eine Weile her und so manch guter Vorsatz ist daher wohl schon wieder verstummt. Gelegenheit, um unsere Vorsätze wieder neu in den Blick zu nehmen, bietet uns nun die mit dem Aschermittwoch beginnende Fastenzeit. In diesen vierzig Tagen bereiten wir uns bewusst auf das Osterfest vor, wo uns von Neuem die Botschaft vom Leben verkündet wird, auf das so viele Menschen hoffen. Mehr als sonst steht diese Botschaft der Hoffnung in diesem Jahr im Blick, hat doch Papst Franziskus am 24. Dezember 2024 ein Heiliges Jahr eröffnet, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ steht. Wir alle sind eingeladen, unsere Herzen und Gedanken wieder einmal bewusst auf die Quellen der Hoffnung in unserem Glauben zu richten. Gerade in den kommenden Wochen dürfen wir uns von der Botschaft der Hoffnung, die uns Christus schenkt, erneut ermutigen lassen und uns gleichzeitig der Verantwortung erinnern, diese Hoffnung auch selbst in der Welt lebendig zu halten.
Inmitten der Herausforderungen und Unsicherheiten unseres Lebens stehen wir ja immer wieder vor der Frage, wo wir Trost und Zuversicht finden können. Die Antwort liegt für uns Christinnen und Christen da eben nicht in einer abstrakten Hoffnung, sondern ganz konkret in der lebendigen Begegnung mit Jesus Christus, dem Licht, das in die Welt gekommen ist. Wir sollen uns in diesem „Jahr der Hoffnung“ also neuerlich bewusst machen, dass unser Glaube nicht auf leeren Versprechungen basiert, sondern auf der Verheißung des ewigen Lebens und der unerschütterlichen Liebe Gottes, die uns in Jesus Christus begegnet.
Die Hoffnung ist für uns aber nicht nur eine Zukunftsperspektive, sondern eine Realität, die wir bereits heute erfahren dürfen – in der Eucharistie, im Gebet, im Miteinander, … Gerade in herausfordernden und schwierigen Zeiten können wir uns darauf besinnen, dass unser Glaube uns immer wieder neu stärkt und uns in der Hoffnung vereint.
Hoffnung sollen uns diesem Heiligen Jahr auch wieder die traditionellen Wallfahrten zu den großen Basiliken in Rom schenken. Die Pilger durchschreiten symbolisch die Heilige Pforte, die extra für das Jubiläumsjahr geöffnet wird. Jesus sagt ja von sich selber: „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden.“ (Joh 10,9) Dabei sind drei Aspekte besonders wichtig: Buße und Versöhnung, Ablass und Werke der Barmherzigkeit. Wem es nicht gegönnt ist, nach Rom zu reisen, der hat auch die Möglichkeit, eine der Jubiläumskirchen in der Diözese Linz zu besuchen. Gemäß den vatikanischen Vorgaben sind das neben dem Linzer Mariendom auch die Basiliken Mondsee, Pöstlingberg und Enns-St. Laurenz, die Marienwallfahrtsorte Adlwang, Maria Schmolln und Maria Puchheim und alle Stiftskirchen.
Ich bin überzeugt, dass gerade die lebendige Erfahrung unseres Glaubens uns dazu aufruft, an der Hoffnung festzuhalten, die in Christus liegt, und mit Mut und Überzeugung in die Welt hinauszutragen. Möge dieses Jahr für uns alle ein Jahr der Erneuerung in der Hoffnung sein, damit wir in einer oft unsicheren Welt mit dem Licht des Glaubens, das uns in Christus gegeben ist, ein Zeichen der Zuversicht setzen.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine erfüllende und hoffnungsvolle Vorbereitungszeit auf Ostern.
P. Klaus
siehe auch: Magnet, Pfarrblatt der Pfarre Neuhofen/Krems, Ausgabe 1-2025
Abbildung: Fenster beim Candida-Altar der Stiftskirche, Foto: D. Rodemund